Der Automobilhersteller Audi hat in Kooperation mit dem Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung (ZSW), dem Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) und der EWE Energie AG, außerdem mit MAN und SolarFuel, eine Anlage errichtet, die zukunftsfähig ist. Das Ziel: Die Erzeugung von synthetischem Erdgas als Kraftstoff für eine CO2-neutrale Mobilität. Die Technologie nennt sich Power-to-Gas und wird vielerorts als Zukunftstechnologie der Energiewende gefeiert. 

Seit Herbst 2013 ist die Anlage auf einem 4.100 Quadratmeter großen Grundstück der EWE AG im niedersächsischen Werlte bereits im Betrieb. Es werden etwa 1.000 Tonnen Methan jährlich produziert und ins Erdgasnetz eingespeist. Gewonnen wird das Gas durch die Umwandlung von elektrischem Strom in Wasserstoff (damit lassen sich beispielsweise Brennstoffzellenautos betreiben) und in einem zweiten Schritt in Methan.

 

Und so funktioniert Power-to-Gas konkret: Mit überschüssigem Ökostrom (hier aus Windkraft) wird Wasser (H2O) mittels Elektrolyse in Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) aufgespalten. Der Wasserstoff kann entweder direkt ins Erdgasnetz eingespeist werden – nach den aktuellen Vorgaben darf die Beimischung bis zu 5 Prozent betragen – oder er wird zu synthetischem Gas weiterverarbeitet, das unbegrenzt beigemischt werden kann. Hierzu wird der regenerativ gewonnene Wasserstoff (H2) mit Kohlendioxid (CO2) (z. B. aus Bio-Erdgas-Anlagen) mittels Methansynthese zu erneuerbarem Erdgas, Methan, (CH4) – bei Audi heißt es e-gas – konvertiert. Als Beiprodukt entsteht Wasser (H2O).

Mobilitätskonzept: Audi e-gas und Audi g-tron

Seit August 2017 sind der Audi A4 Avant und Audi A5 Sportback als g-tron bestellbar. Wahlweise werden die Modelle mit dem klimafreundlichen Kraftstoff Audi e-gas, normalem CNG (compressed natural gas bzw. Erdgas) oder Benzin betrieben. Besonders nachhaltig ist das Fahren mit den Erdgasmodellen, weil Audi die entsprechende CO2-Reduktion erreicht, indem die berechnete Menge in Form von Audi e-gas wieder ins Erdgasnetz eingespeist wird. Damit senkt Audi die CO2-Emissionen der g-tron-Flotte im Gasbetrieb um bis zu 80 Prozent (im reinen Gasbetrieb (CNG) mit einer Well-to-Wheel-Betrachtung (Umweltbilanz, die Kraftstoffproduktion und Fahrbetrieb des Autos einbezieht) im Vergleich zu einem entsprechenden Modell der gleichen Leistungsklasse mit konventionellem Benzinmotor.

Die Power-to-Gas Technologie des Audi e-gas-Projektes ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie das oft überschüssige Angebot an Windenergie mangels derzeit fehlender Stromnetzkapazitäten sinnvoll genutzt werden kann. Allein mit dem e-gas aus Werlte können 1.500 erdgasbetriebene Pkw jedes Jahr 15.000 Kilometer CO2-neutral fahren. Mit der Kopplung von Erdgas-Fahrzeug und e-gas liefert Audi so ein zukunftsfähiges Mobilitätskonzept für klimaneutrale Mobilität.
 

Fakten

Projektname:

  Audi e-gas Projekt

Kategorie:

  Praxisanlage

Betriebszustand:

  in Betrieb

Einweihung:

  25.06.2013

Eingangsleistung Strom:

  6.000 kW

H2-Produktion:

  1.300 m3/h

SNG-Produktion:

  300 m3/h

CO2-Quelle:

  benachbarte Biogasanlage der EWE AG

Abwärmenutzung:

  Abwärmenutzung in der Biogasanlage zur Hygienisierung und in der Anlagenperipherie

Standort:

  Werlte, Niedersachsen

Kommentare

Dirk Jensen   15.02.2018

Unsere Nachkommen werden sagen: Es gab doch Alternativen. Warum habt ihr sie denn nicht genutzt?

Robert   09.01.2018

Finde ich auch!

Martina   11.11.2017

Gute Sache! Mehr davon!

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