Die Technik ist eine äußerst effiziente Form der Kraft-Wärme-Kopplung: Brennstoffzellen erzeugen gleichzeitig Wärme und Strom. "Mit dem klimaschonenden Energieträger Erdgas betrieben, sorgt die Technologie nicht nur für geringe Verbrauchskosten, sondern setzt auch in puncto Effizienz sowie CO2-Emissionen neue Maßstäbe", bilanziert Dr. Timm Kehler, Vorstand von Zukunft ERDGAS. Die Hightech-Heizung ist insbesondere im hochwertigen Neubau und bei der energetischen Sanierung größerer Altbauten eine interessante Option.

Schont das Klima - und spart Platz

Mit dem Anreizprogramm Energieeffizienz möchte das Bundeswirtschaftsministerium als eines von vier Förderfeldern die Markteinführung von Brennstoffzellen-Heizgeräten konsequent vorantreiben. Seit 2016 fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) den Einbau von hochmodernen Brennstoffzellensystemen. Mit Erfolg: Die Fördermittel werden entsprechend den Erwartungen abgerufen. Im Jahr 2017 wurden 1.500 Brennstoffzellen eingebaut. Im ersten Quartal 2018 wurden bereits 729 Anträge auf Förderung des KfW-Programms 433 "Zuschuss Brennstoffzelle" bewilligt. 2017 wurde die Förderung auch auf Unternehmen und Kommunen ausgeweitet. Laut der Nationalen Organisation Wasserstoff (NOW) wurden bisher 2.630 Anlagen gefördert.

Initiative Brennstoffzelle

Die Initiative Brennstoffzelle (IBZ) wurde als Plattform für die Brennstoffzellen-Technologie Anfang 2018 mit neuen Partnerschaften gegründet. Das Ziel: Brennstoffzellengeräte als wichtige Säule der Energiewende nachhaltig im Wärmemarkt zu verankern. Getragen wird die Initiative durch den Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) und die Brancheninitiative Zukunft ERDGAS. Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) und die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) unterstützen die Initiative als Kooperationspartner. Die wesentlichen Schwerpunkte sind Aktivitäten zur Marktkommunikation, die Politikansprache zur Fortführung bestehender Förderprogramme und die Weiterentwicklung technischer Regelwerke.

Hebel für den Wärmemarkt

Die Gerätehersteller rechnen in den kommenden Jahren mit einem exponentiellen Marktwachstum. Ab dem Jahr 2023 sollen jährlich rund 75.000 Brennstoffzellen-Heizungen verbaut werden. Das entspräche einem Marktanteil von rund zehn Prozent. "Ich bin optimistisch: Durch Förderungen und entsprechende Kommunikation wird sich die längst marktreife Brennstoffzellen-Technologie zu konkurrenzfähigen Preisen auf dem Markt etablieren", so Kehler. Als effiziente Schlüsseltechnologie leistet sie einen wichtigen Beitrag zum Ressourcenschutz bei der dezentralen Energieversorgung. Die Brennstoffzellen-Technologie ist also für den schlafenden Riesen Wärmemarkt ein entscheidender Hebel zur langfristigen Reduktion der CO2-Emissionen und leistet durch die dezentrale Erzeugung von Wärme und Strom einen wichtigen Beitrag zur Sektorenkopplung. 


Erklärfilm Brennstoffzelle

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