PRO Gas muss Teil der Lösung sein, denn ohne Gas wird es überhaupt keine Lösung geben. Es geht nicht darum, ob Gas in Zukunft noch eine Rolle spielen wird. Sondern darum, welches Gas das sein wird. Denn wir müssen schon bald die grundlastfähige Atomkraft durch einen anderen grundlastfähigen Energieträger ersetzen. Und da auch fossiles Gas deutlich klimafreundlicher ist als Kohle, ist es als Übergangstechnologie auf absehbare Zeit unverzichtbar. Zumal steigende CO2-Preise dafür sorgen, dass Kohle zunehmend unrentabel wird. Daher müssen wir die Rahmenbedingungen für Gas im Netz so gestalten, dass der Fuel Switch vorangetrieben wird. Eine sichere Energieversorgung muss auf jeden Fall gewährleistet sein. Ein Blackout wäre nämlich nicht nur wirtschaftlich, sondern auch für den Klimaschutz fatal. Denn wenn selbst Deutschland die Energiewende nicht schafft, ohne den Industriestandort zu gefährden, werden andere diesen Weg gar nicht erst versuchen. Wir Freie Demokraten bekennen uns zum Ziel, bis 2050 in Deutschland und Europa klimaneutral zu sein. Fossiles Erdgas muss daher nach und nach durch grünes Gas ersetzt werden. Investitionen in die Erneuerung und den Ausbau der Gasinfrastruktur müssen daher auf die Zukunft ausgerichtet sein. Mit jeder Gasstrategie muss gleichzeitig auch eine Wasserstroffstrategie verfolgt werden. Solange wir aber noch auf fossiles Gas angewiesen sind, müssen die technischen Probleme weiterhin minimiert werden. So sind die Methan-Leckagen in Deutschland zwar bereits um 90 Prozent reduziert worden, aber jedes weitere Prozent ist wichtig für den Klimaschutz.

 


CONTRA Dort wo ich lebe – in der Uckermark – strebt eine Firma an, zukünftig Erdgas zu fördern. Weder der Schutz der Natur, des Trinkwassers, unserer Gesundheit, noch der unserer Wohnhäuser kann garantiert werden, darum ist Gas ein Teil des Problems und kommt für mich nicht infrage – weder hier, noch woanders. Meine Generation muss die langfristigen Folgen von kurzsichtigen Entscheidungen tragen. Erdgas als „Brückentechnologie“ zu fördern ist solch eine kurzsichtige Entscheidung und in vielerlei Hinsicht eine schlechte Idee. Oft wird Erdgas als „saubere Alternative“ zur Kohle dargestellt, weil der direkte CO2 -Emissionsfaktor bei der Verstromung nur bei einem Drittel von dem der Braunkohle liegt. Hierbei wird außen vor gelassen, dass Erdgas aus Methan besteht, das 25-mal klimaschädlicher als CO2 ist. Bei und nach der Förderung können bis zu acht Prozent der Gesamtmenge des geförderten Methans ungehindert und unkontrollierbar in die Atmosphäre entweichen*. Die Aufbereitung von Erdgas fordert zudem Unmengen an Wasser, die für den Trinkwasserkreislauf verloren gehen. In Zeiten der steigenden Dürren muss mit unserem Trinkwasser sparsam und sorgsam umgegangen werden. Der Import von billigem und subventioniertem Erdgas macht Deutschland nicht nur abhängig von teilweise autoritär regierten Staaten, sondern bremst auch die Energiewende, indem er klimafreundlichere Alternativen verdrängt. Daher sehe ich Deutschland in der Pflicht, jetzt auf Grundlage des Pariser Klimaabkommens und des Grundgesetzes, Artikel 20a, zu handeln. Meiner Ansicht nach kann man das Klima nicht schützen, solange weiterhin versucht wird, mit fossilen Energieträgern Profit zu machen. Fossile Brennstoffe sind endlich und der Abbau zukunftsgefährdend. Wir brauchen langfristige und nachhaltige.

*Informationen zu Methanemissionen finden Sie hier.


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