Norwegische Gasplattformen bekommen eigenen Windpark

Nordsee 140 Kilometer vor der Küste Norwegens baut Equinor gemeinsam mit den Projektpartnern Petoro, OMV, ExxonMobil, Idemitsu und Wintershall Dea den größten schwimmenden Windpark der Welt. Hywind Tampen soll in Zukunft die Nordsee-Förderplattformen Snorre und Gullfaks mit Energie versorgen. Elf Windturbinen sollen bis zu 35 Prozent des Energiebedarfs der Plattformen decken. Der Rest wird, wie bisher, mit Gasturbinen erzeugt. Damit könnten mehr als 200.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Ende 2022 soll der schwimmende Windpark den Betrieb aufnehmen – weitere könnten folgen. Denn im Boden verankerte Offshore-Windparks können nur bis zu einer Wassertiefe von maximal 60 Metern errichtet werden. Schätzungen gehen aber davon aus, dass rund 80 Prozent des weltweiten Offshore-Wind-Potenzials in Gebieten mit tieferen Gewässern liegen.


Das erste Stadtwerk mit komplett regenerativem Stromkreislauf

Bayern Wer im unterfränkischen Haßfurt sein Smartphone an die Steckdose hängt, kann sicher sein: Hier fließt grüner Strom. Seit 2015 erzeugt das kommunale Stadtwerk mit einem Windpark regenerativen Strom. Seit 2016 wandelt es überschüssige Windenergie mit der Power-to-Gas-Anlage in Wasserstoff um und speist diesen ins Erdgasnetz ein. Im Jahr 2018 produzierte das Stadtwerk über 90 Mio. kWh Ökostrom - damit lag der regenerativ erzeugte Anteil im Versorgungsgebiet bei ca. 210%. Jetzt wurde das System um ein Wasserstoff-Blockheizkraftwerk erweitert. Mit der Anlage ist es möglich, den Wasserstoff erst zu speichern und später wieder in Strom und Wärme zurückzuwandeln. Als erstes Stadtwerk in Deutschland betreibt Haßfurt damit einen komplett regenerativen Stromkreislauf. 


NRW macht blau

Nordrhein-Westfalen Es ist ambitioniert, was der Fernleitungsnetzbetreiber Open Grid Europe (OGE) und das Energieunternehmen Equinor vorantreiben: Mit „H2morrow“ wollen sie in NRW eine komplette Wertschöpfungskette für blauen Wasserstoff aufbauen. Bis 2030 sollen dann Industrieunternehmen und 450.000 Haushalte in NRW damit versorgt werden. Dafür entsteht jetzt eine Pilotanlage, die jährlich 8,6 TWh blauen Wasserstoff produzieren soll – zu einem wettbewerbsfähigen Preis zwischen 50 und 80 Euro pro 1.000 kWh Wasserstoff.  Das Erdgas dafür kommt aus Norwegen und wird in der Anlage per Dampfreformierung in Wasserstoff und CO2 umgewandelt. Anschließend kann der Wasserstoff über das Gasnetz der OGE an die Kunden geleitet werden. Das bei der Reformierung anfallende CO2 soll aufgefangen, gereinigt und per Schiff nach Norwegen transportiert werden. Dort wird es per Unterwasserpipeline durch die Nordsee transportiert und dann in 2.000 Metern Tiefe in geeigneten Lagerstätten – etwa leeren Gasfeldern – dauerhaft gespeichert. Laut Equinor könnte so pro Jahr der Ausstoß von 1,9 Mio. Tonnen CO2 vermieden werden.
 


Wasserstoff aus dem Container

Baden-Württemberg Das Start-up Ineratec schrumpft riesige Chemieanlagen ins Miniformat. Mit der von den Karlsruhern entwickelten Mikrostrukturtechnologie passen selbst Power-to-Gas-Anlagen in Standard-40-Fuß-Container. Die Module können flexibel und schnell aufgestellt werden – unter anderem als Ergänzung von Windparks. Mit ihrer Hilfe können selbst kleine Windanlagen überschüssigen Strom in grünen Wasserstoff umwandeln. Dieser steht dann flexibel als Energieträger für den Strom- und Wärmemarkt, aber auch für Mobilität und die Industrie zur Verfügung. Für die Technologie wurde Ineratec bereits mehrfach ausgezeichnet. So erhielt das Startup 2018 den Deutschen Gründerpreis und den Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft.


Schon gewusst?

In diesem Jahr ist es wieder soweit: Der Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft wird verliehen. Ob kreative Effizienztechnologien oder neuartige Projekte für nachhaltige Gasmobilität – bis zum 01.09.2020 können sich Einzelpersonen und Unternehmen aus Industrie, Handwerk und Wissenschaft mit ihren Projekten bewerben. Träger des diesjährigen Innovationspreises sind die vier Branchenverbände Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch (ASUE), Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) und Zukunft ERDGAS. Die Unternehmen Wintershall Dea, Uniper und VNG unterstützen den Preis als Partner.

Weitere Informationen gibt es unter www.innovationspreis-gas.de.

 


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