Beim Einsatz von Gas im Verkehrssektor prescht Schweden vor. Das ambitionierte Ziel: Der gesamte öffentliche Verkehr auf dem Landweg soll bis 2045 komplett ohne fossile Brennstoffe rollen. Ende 2014 wurden bereits rund 50.000 Fahrzeuge mit Biogas betrieben – davon 2.300 Busse. Das waren 17 Prozent aller Busse im Land. Schweden ist damit eines der Länder in der EU mit dem höchsten Anteil an Biokraftstoffen im Verkehrssektor.

Nationaler Vorreiter ist Stockholm. Die Stadt hatte sich erst am "Baltic Biogas Bus"-Projekt beteiligt, bei dem unter anderem Einführungsstrategien für Biogasbusse erarbeitet wurden. Inzwischen ist sie die erste Hauptstadt der Welt, die ihre Busse komplett ohne fossile Energieträger betreibt: Rund ein Viertel der Flotte fährt mit Biogas, genauer gesagt sind es 336 Fahrzeuge.

Auch im Güterverkehr setzen die Schweden auf Gas. Volvo Trucks verkauft Fahrzeuge mit einem Euro-6-konformen LNG-Motor. Bei Kraftstoffeffizienz und Leistung entsprechen sie ihren Diesel-Pendants, belasten jedoch das Klima weit weniger. Mit Erdgas gefahren sind die Motoren im Verbrauch und bei den Emissionen sehr viel sparsamer: CO2 –20 Prozent, Stickoxide –85 Prozent, Feinstaub –95 Prozent und Schwefeloxide –99 Prozent. Werden die Motoren mit Biogas betrieben, sinken die CO2-Emissionen auf nahezu null. Die Werte beziehen sich auf die Emissionen während des Fahrzeugbetriebs.

Dank Steuervorteilen und wirtschaftlicher Förderung der Herstellung von Biogas konnte Schweden sein Ziel, ohne fossile Brennstoffe unterwegs zu sein, bereits im Jahr 2018 erreichen. So zahlen zum Beispiel Kraftfahrzeugbesitzer, die ihr Auto mit Biogas betanken, keine Treibstoffsteuern.

Wie sieht es in den anderen Sektoren auf?


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