Fort Knox – so amerikanisch wie die Freiheitsstatue in New York oder die Golden Gate Bridge in San Francisco. Kein Ort auf der Welt steht so sehr für Sicherheit wie der Armeestützpunkt im Bundesstaat Kentucky. Dort lagert streng bewacht einer der größten Goldschätze der Welt. Nun wurde auch die Energiesicherheit des gesamten Stützpunktes erhöht – mit einem effizienten Mix aus erneuerbaren Energien und Erdgas.


Blackout bei den Goldbarren

Die Sicherheit der Goldbarren war vermutlich nie wirklich gefährdet, doch bei der Stromversorgung des riesigen Areals sah es nach einem Wintersturm im Jahr 2009 ganz anders aus. Der Sturm sorgte dafür, dass große Teile des Stützpunktes für bis zu eine Woche von der Stromversorgung abgeschnitten waren. Dies brachte die Armeeführung dazu, die Energieversorgung ihrer Stützpunkte zu überdenken. Fort Knox ist nun der erste Stützpunkt, bei dem es gelungen ist, ihn energetisch vollständig autark zu machen.

Dabei waren schon vor dem Sturm viele Maßnahmen getroffen worden, um den Energiebedarf zu senken. So wurde auf einer Fläche von fast 56 Hektar eine Geothermieanlage installiert. Über diese Anlage können die Gebäude im Sommer gekühlt und im Winter beheizt werden und machen so alte Boiler oder Dampferzeuger überflüssig. Zusätzlich wurden die Lüftungen und Heizungen modernisiert. Außerdem werden seit einiger Zeit mit der Abwärme eines großen Datencenters die umgebenden Häuser beheizt. Neben der Geothermie nutzt Fort Knox auch die Solarthermie und generiert immerhin fast vier Megawatt Solarstrom, obwohl Kentucky nicht gerade die ideale Gegend für Photovoltaik ist.

Bei klirrender Kälte reichen Geothermie und Photovoltaik aber nicht aus, um unter allen Umständen für genügend Wärme für den Stützpunkt zu sorgen. Und auch unter idealen Bedingungen lässt sich in Kentucky aus Solarenergie nicht genug Strom für einen großen Armeestützpunkt inklusive Goldtresor erzeugen. Hier musste eine andere Lösung her.


Erdgas zur Stromerzeugung und für Spitzenlasten

Da traf es sich gut, dass etwa zu der Zeit des Schneesturms große Erdgasvorkommen unter Fort Knox entdeckt wurden. Mittlerweile wurden sechs Erdgas-Generatoren installiert, die das stützpunkteigene Erdgas effizient in Strom umwandeln. Einige davon arbeiten nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Das heißt, dass die Wärme, die bei der Stromerzeugung anfällt auch für Heizzwecke genutzt wird. Mithilfe der Generatoren kann kontinuierlich Strom erzeugt werden. Das wird vor allem dann gemacht, wenn Spitzenlasten anfallen – also sehr heiße oder kalte Tage. An normalen Tagen reicht die Geothermie mit eingekauftem Strom eines lokalen Anbieters aus.

Durch die zunehmende Entkopplung von lokalen Anbietern spart Fort Knox etwa acht Millionen Dollar pro Jahr ein. Die Betreiber planen, in einigen Jahren den Stützpunkt kontinuierlich selbst mithilfe der eigenen Erdgasquellen zu versorgen. Auf diese Weise ist Fort Knox nicht nur energetisch unabhängig von der Außenwelt, sondern schont auch die Umwelt und spart Geld.


Fort Knox für Zuhause

Die Technologien, die in Fort Knox verwendet werden, gibt es im kleineren Maßstab auch für Zuhause – die Gaswärmepumpe. Auch hier wird die Wärme der Umgebungsluft oder des Gartenbodens genutzt, um das Eigenheim zu beheizen. Und sollte es im Winter mal sehr kalt werden, springt der eingebaute Erdgas-Brennwertkessel ein und sorgt für behagliche Wärme. Und das umweltschonend und ohne die Stromrechnung in die Höhe zu treiben. So kann jeder etwas für die eigene Energiesicherheit und für die Umwelt tun – auch wenn nicht jeder auf einer Erdgasquelle sitzt und einen Goldschatz hütet.

Diesen Artikel kommentieren

Diese Themen könnten Sie auch interessieren