Herr Calcagno, Anfang November hat LIQVIS die erste stationäre Tankstelle für flüssiges Erdgas (LNG) in der Nähe von Berlin eröffnet. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

In Berlin sind wir bereits mit einem unserer Pilotprojekte, der mobilen Tankstelle auf dem Grundstück von Meyer Logistik gestartet. Dafür war unser Projektpartner so freundlich und hat uns sein Betriebsgrundstück für den Betrieb der mobilen Tankanlage temporär überlassen. Die neue stationäre LNG Tankstelle wurde auf einem von LIQVIS erworbenem Grundstück, unweit dem Betriebsgelände von Meyer Logistik, errichtet. Die mobile Anlage hat sich bewährt und wird daher nun durch die stationäre Tankstelle abgelöst. Es war uns zunächst also wichtig, die Versorgungssicherheit unseres Partners Meyer Logistik mit LNG lokal und dauerhaft sicherzustellen zu können. Darüber hinaus bietet der Standort im Gewerbegebiet Freienbrink, mit unmittelbarer Nähe zur A10, erhebliches Potential um die Auslastung und damit die Wirtschaftlichkeit der Anlage langfristig gewährleisten zu können. Gleichzeitig deckt die Tankstelle den LNG-Bedarf an einem strategischen Verkehrsknotenpunkt und einem Standort mit einer hohen Dichte von Lieferverkehr ab.

Wie sehen die weiteren Pläne von LIQVIS zum Ausbau der LNG-Infrastruktur im Schwerlastverkehr aus?

Wir wollen weitere LNG Stationen zeitnah in 2019 folgen lassen. Als Standorte kommen hier zentrale Verkehrsknotenpunkte wie Hamburg, Hannover, Kassel, München, Kamen, Ulm und Köln in Frage. Außerdem planen wir auch in Frankreich und Belgien jeweils drei neue Tankstellen in den Räumen Metz, Calais, Vitrolles sowie Lüttich, Antwerpen und Brüssel, um zur LNG-Versorgung beizutragen. 

Welche politischen Maßnahmen sind Ihrer Meinung nach notwendig, um LNG als alternativen Kraftstoff zu etablieren?

Gerade vor dem Hintergrund des stark zunehmenden Güterkraftverkehres bietet LNG die schnellste und effizienteste Lösung für einen umweltverträglicheren Schwerlastverkehr auf der Straße. Mit der Förderung bei der Anschaffung der Fahrzeuge und zuletzt der Mautbefreiung hat die Politik auf Bundesebene klare Signale für LNG als alternativen Kraftstoff in der Energiewende im Verkehr gesetzt. Neben einheitlichen Genehmigungsprozessen bedarf es nun noch vermehrt des Zuspruchs der Kommunen und Gemeinden bei der Standortentwicklung. Um den Aufbau des LNG-Tankstellennetzes jetzt zu beschleunigen, ist es notwendig, einen partnerschaftlichen Ansatz mit allen involvierten Parteien zu verfolgen. 

Diesen Artikel kommentieren

Diese Themen könnten Sie auch interessieren