Welche Rolle spielt Wasserstoff in der Unternehmensstrategie der BDR Thermea Group?

BDR Thermea entwickelt intelligente Wärmekomfortlösungen für verschiedene kohlenstoffarme Geräte wie Brennstoffzellen, Wärmepumpen und Gasbrennwertkessel. Grüner Wasserstoff ist in unseren Augen ein sehr vielversprechender CO2-neutraler Energieträger der Zukunft. Eine unserer wichtigsten Entwicklungen ist unser Wasserstoffkessel. Wir sind weltweit die ersten, die einen wasserstoffbetriebenen Haushaltsheizkessel unter realen Bedingungen in Betrieb genommen haben. Das Projekt startete im Juni 2019 in Rozenburg, in den Niederlanden. Darüber hinaus nehmen wir derzeit an diversen Feldversuchen und Pilotprojekten in ganz Europa teil.

BDR Thermea hat vor kurzem damit begonnen, grünen Wasserstoff an seinem Standort in Italien zu produzieren. Wie planen Sie diesen Wasserstoff zu nutzen und was ist so besonders an diesem Projekt?

Unsere Anlage in Italien ist eine unserer wichtigsten F&E- und Produktionsstätten. Das Forschungszentrum spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung unserer Wasserstoffkessel, deswegen brauchen wir Wasserstoff vor Ort für den Test der Kessel. Im Jahr 2018 hatten wir bereits 6.000 Quadratmeter an Photovoltaikmodulen auf dem Dach der Hallen installiert. Wir haben uns dann dafür entschieden, einen Teil des Stroms für die Herstellung von grünem Wasserstoff für das Forschungs- und Entwicklungszentrum zu nutzen. Das Besondere daran ist, dass wir eine vollständig nachhaltige Energiekette geschaffen haben und den Worten damit wirklich Taten folgen haben lassen.

Hat Wasserstoff das Potenzial den europäischen Wärmemarkt zu dekarbonisieren? Ist es vielleicht sogar die Lösung für das Heizen von Nullenergiehäusern?

Ja, wir erwarten, dass Wasserstoff eine wichtige Rolle bei der für 2050 angestrebten Dekarbonisierung des europäischen Wärmemarkts spielen wird. Wasserstoff kann eine wichtige Rolle bei der Speicherung erneuerbarer Energie einnehmen, bereits bestehende Gasnetze können zudem für die Verteilung von Wasserstoff angepasst werden. Im Wärmemarkt kann der Energieträger anschließend in Wasserstoffkesseln oder auch Brennstoffzellen, die neben Wärme auch Strom erzeugen, genutzt werden. Wir stehen noch am Anfang der Reise und fördern die Teilnahme an Forschungs- und Pilotprojekten, wie beispielsweise in Rozenburg und in Großbritannien im Rahmen von "Hy4Heat". In dieser Phase ist es wichtig, mit Gasnetzbetreibern, Versorgungsunternehmen und Regierungen zusammenzuarbeiten, um zu zeigen, wie Wasserstoff zu einer CO2-neutralen Zukunft beitragen kann.

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