Herr Last, in Sachen Brennstoffzelle ist die bayerische Gemeinde Langweid am Lech ein echter Pionier. Was verbirgt sich hinter dem Projekt "Langweid Village"?

Gemeinsam mit der Bauunternehmung Dumberger hat erdgas schwaben das erste Neubaugebiet in Deutschland komplett mit Brennstoffzellen für Einfamilienhausbesitzer umgesetzt. Am Ende werden 65 Brennstoffzellen in Langweid bei Augsburg sauber und ressourcenschonend für Licht und Wärme sorgen.

Welche Vorteile bietet die Brennstoffzelle bei der heimischen Energieversorgung gegenüber anderen Technologien?

Eine Brennstoffzelle braucht keinen Strom! Sie produziert ihn. Und dies gleichzeitig mit der Wärme, die ein Haus braucht. Das ist nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch ökologischer als jede andere Heizung. Wenn Bio-Erdgas die Brennstoffzelle speist, kann ein Haus nahezu CO2-neutral mit Strom und Wärme versorgt werden. Ganz nebenbei erfüllt diese Heizung den hohen KfW-40-Plus-Standard. Das ist enorm zukunftssicher.

Immer mehr Deutsche setzen auf Brennstoffzellengeräte, der Absatz hat sich seit 2016 verdoppelt. Woran liegt das und was muss geschehen, damit Brennstoffzellenheizungen bald flächendeckend zum Einsatz kommen?

Mit der Brennstoffzelle findet eine schon seit 1870 bekannte Technologie immer mehr Fans, weil es endlich Heizgeräte gibt, die den deutschen Standards in Bezug auf Qualität, Preis und Standfestigkeit entsprechen. Der Wunsch nach Autarkie und einer realisierbaren Lösung für die Energiewende wird dabei zudem erfüllt. Letztendlich können wir alle mit der Brennstoffzelle einen echten Beitrag zur Energiewende leisten. Damit die Brennstoffzelle nicht mehr aus der Hausenergieversorgung wegzudenken ist, muss uns die staatliche Förderung für diese Innovation in Sachen Heizung erhalten bleiben.  Dann bin ich zuversichtlich, dass die Geräte bald für jeden erschwinglich werden.

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