Herr Greis, das Bundeswirtschaftsministerium hat vor kurzem die "Förderstrategie Energieeffizienz und Wärme aus erneuerbaren Energien" veröffentlicht. Wie bewerten Sie das Papier?

Die Heizungsindustrie steht zu den Klimazielen der Politik und bietet bereits heute technische Lösungen an, mit denen diese zu erreichen sind. Um Energieeffizienz und erneuerbare Energien im Wärmemarkt voranzubringen, bedarf es einer attraktiven und vor allem technologieoffenen Politik der Anreize, damit der Modernisierungsstau endlich aufgehoben werden kann. Daher begrüßen wir die neue Förderstrategie grundsätzlich.  

Modernisierungsstau – ein gutes Stichwort. Trägt das Vorgehen des Bundeswirtschaftsministeriums denn dazu bei, diesem entgegenzuwirken?

Optimierungsbedarf bei der Förderstrategie sehe ich in Bezug auf den im Jahr 2019 geplanten Förderstopp für Brennwerttechnik. Dieses Vorgehen setzt ein falsches politisches Signal. Denn zunächst müssen die Ziele für 2030 erreicht werden, und dazu muss die Modernisierungsrate schnellstens spürbar gesteigert werden. Das wird nicht funktionieren, wenn die Brennwerttechnik mit ihren 90 Prozent Marktanteil durch Ankündigung des Förderstopps schon jetzt diskriminiert wird. Viele potenzielle Investoren werden die Modernisierung ihrer Altanlagen gänzlich unterlassen – damit wird seit Jahren anhaltende Modernisierungsstau zementiert. 

Das klingt nach starkem Gegenwind aus der Branche. Gibt es aus Ihrer Sicht auch positive Aspekte der geplanten Förderstrategie?

Positiv bewerte ich die geplante Zusammenlegung der KfW-Programme mit denen des Marktanreizprogrammes (MAP) und die damit einhergehende Vereinfachung der Förderlandschaft. Ebenso begrüßt der BDH die auch weiterhin vorgesehene Förderung von Hybridsystemen.

Vielen Dank, Herr Greis!

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