Herr Kukuk, welche Rolle spielt der Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft für die Branche?

Der alle zwei Jahre ausgelobte Innovationspreis geht weit über die Wahrnehmung innerhalb der Gaswirtschaft hinaus. Für die vielen Teilnehmer - wie etwa Hersteller, Entwickler, Forschungseinrichtungen, aber auch Start-ups und einzelne Entwickler - bietet sich die Möglichkeit, dass ihre innovativen Produkte und Verfahren auch vor der Markteinführung bereits anerkannt werden und so erste Bekanntheit erfahren. Für die Gasbranche ist es wichtig, zukunftsweisende Produkte und Gasanwendungen zu entwickeln, die ganz gezielt auf den Abbau von Emissionen und eine höhere Effizienz ausgelegt sind.

Was war der Auslöser für die Gründung des Innovationspreises?

Die Verleihung des Innovationspreises der Gaswirtschaft fand zum ersten Mal vor 40 Jahren statt. Bereits damals verdrängte Erdgas den Einsatz von Kohle in den Hausheizungen und der Industrie. Frühere Dampfkessel wurden abgelöst durch die vielseitigen Erdgasanwendungen, Gasbrenner mit Abgasrückführung zur Stickstoffreduktion, Strahlungsheizungen mit hoher Effizienz, Kondensationskessel zur Ausnutzung des vollen Brennwertes. Heute sind wir noch einmal weiter: Brennstoffzellen mit sehr hohem Wirkungsgrad sind für die heimische Anwendung verfügbar, Gasturbinen können mit erneuerbarem Wasserstoff betrieben werden, effiziente Gaswärmepumpen erschließen Erdwärme weitaus wirtschaftlicher als elektrische Anwendungen.

In welchen Bereichen sehen Sie aktuell und zukünftig die größten Herausforderungen für die Gaswirtschaft?

Klimaschutz und sparsamer Umgang mit Ressourcen sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben. Erdgas ist aufgrund seiner geringen Kohlenstoff-Emission und seiner Anwendungsvorteile in der Lage, in jedem Sektor kurzfristige und maßgebliche Erfolge zur CO2-Reduktion beizutragen - und das zu wirtschaftlichen Bedingungen. Unsere Herausforderung besteht darin, bereits frühzeitig Konzepte für erneuerbare Gase und für die Einbeziehung erneuerbarer Energiequellen durch Gasanwendungen zu entwickeln. Der Transport und die Speicherung von Gas üben den geringsten Einfluss auf die Natur aus und tragen wesentlich zur Versorgungssicherheit bei.

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