Herr Kuhlmann, was macht Ihnen Hoffnung, dass die Energiewende in Deutschland doch noch ein Erfolg wird?

Der bisherige Fokus der Debatte auf die Energieerzeugung hat uns sicherlich viel Zeit gekostet. Trotzdem: Die mittel- und langfristigen Klimaschutzziele im Gebäudesektor lassen sich noch immer erreichen – wenn wir uns erheblich mehr anstrengen und die energetische Gebäudesanierung sehr schnell intensivieren. Die Bereitschaft dazu ist in der Politik erkennbar.

Was macht eine erfolgreiche Energiewende im Wärmemarkt aus?

Wir brauchen Entwicklungspfade, die Faktoren wie Kosten, Versorgungssicherheit und Akzeptanz in der Bevölkerung berücksichtigen. Mit unserer Gebäudestudie haben wir ein Entwicklungsszenario für den Wärmemarkt erarbeitet, das diese Kriterien erfüllt.

Welche Ableitungen ziehen Sie aus den Ergebnissen der Studie?

Wenn wir versuchen, einzelne Technologien politisch zu steuern, wird die Energiewende kein Erfolg werden. Der technologieoffene Pfad hat sich als erheblich kostengünstiger erwiesen als ein Szenario mit weitestgehender Elektrifizierung – auch weil er bestehende Infrastrukturen weiter nutzt. Eine einseitige Bevorzugung des Energieträgers Strom im Wärmemarkt würde auch dem Gebot des Wettbewerbs widersprechen.

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